Präsenz markieren, Kontakte fördern Der Berufsverband “visarte oberwallis” und seine Ziele Vor Kurzem übernahm Anette Kummer das Präsidium von “visarte oberwallis “.
Sie trat damit die Nachfolge von Denise Eyer- Oggier an. Was sie motivierte, dieses Amt anzutreten? “Praktisch alle waren es schon mal – also musste mal jemand anderer das Präsidium übernehmen”, lacht Anette Kummer. So engagiert sie sich nun gemeinsam mit Bernd Kniel und Johannes Loretan im Vorstand des Berufsverbands “visarte oberwallis”. “Anette Kummer hat sich seit jeher schon für Fragen aus dem künstlerischen Bereich interessiert und bewies grosses Engagement”, sagt Vorstandsmitglied Bernd Kniel über die neue Präsidentin. Welche Ziele man in nächster Zukunft anpeilt, wo man Schwerpunkte setzen will – darüber unterhielten wir uns mit den drei Vorstandsmitgliedern. Die kleinste Schweizer Sektion Mit ihren 17 Mitgliedern ist “visarte oberwallis” die kleinste Schweizer Sektion. Über eine Aufnahme in den Berufsverband befindet die Kommission von “visarte Schweiz”.
Welche Wege “visarte oberwallis” gehen kann, um als Sektion zu wachsen? “Der Weg führt über die Ausbildung. Das heisst, dass wir die Kontakte mit den Kunstschulen – im Wallis die ECAV – verstärken und damit die Schulabgängerinnen und -gänger intensiver einbinden wollen”, erhalten wir zur Antwort. “visarte”-Hock: Erfreuliche Resonanz Allen – also auch Nichtmitgliedern – offen steht der “visarte”- Hock, der unlängst ins Leben gerufen wurde. Dabei wird jeweils ein bestimmtes Kunst- Thema zur Diskussion gestellt. “Jeder kann hier ein Thema einbringen, wir wollen Anlaufstelle für derartige Diskussionen werden”, erklären unsere Gesprächspartner. Wie denn das Echo auf die ersten Kunst- Hocks ausfiel? “Die Resonanz war erfreulich, auch Nichtmitglieder fanden den Weg in unsere Runde.”
“Persönlicher Austausch ist wichtig” Auch für Nichtmitglieder seien diese Hocks interessant. So erwarte man schon, dass auch von jener Seite Themenvorschläge kämen. “Wir hoffen, auf diesem Weg weiterzukommen”, sagt Anette Kummer. Gut möglich sei es, künftig auch Referenten oder Referentinnen einzuladen. Und was der “visarte”-Vorstand betont: “Themen sind das eine – aber persönliche Kontakte und der Austausch von Ansichten sind nicht minder wichtig.” Kontakte zum Unterwallis fördern Kontakte sind auch jene Kontakte, die über die Sprachgrenze gehen. “Wir wollen die Beziehungen zur Unterwalliser Sektion fördern”, betont denn auch Anette Kummer. Gute Erfahrungen machte man dabei unlängst beim Projekt “Label’art” Wie lässt sich die Sprachgrenze im Kanton leichter überwinden, sind zwei Gruppen überhaupt sinnvoll – dies sind Fragen, die dabei zur Debatte stehen. Klar ist: Je grösser eine Gruppe daherkommt, desto mehr Möglichkeiten bieten sich, öffentlich wahrgenommen zu werden. Worauf jedoch Bernd Kniel hinweist: die Gefahr, vom Unterwallis aufgesogen zu werden. “Kunst am Bau”: Knacknuss, oder? Ein anderer Schwerpunkt, den “visarte oberwallis” setzt: “Kunst am Bau”. Dass die Öffentlichkeit bei solchen Projekten vermehrt auf das Fachwissen ihres Verbandes zurückgreift – dies ein Anliegen von “visarte oberwallis”. Gelangen denn Gemeinden jeweils mit Anfragen an ihren Verband, wenn es um derartige Bauvorhaben geht? Das funktioniere kaum, “wäre jedoch sicherlich empfehlenswert “, betonen unsere Gesprächspartner, die sich dabei auch in der Beraterrolle sehen.
“Künstler – ein Beruf wie jeder andere” “Projekte sollten doch ausgeschrieben werden und Wettbewerbe stattfinden”, meint Johannes Loretan zu dieser Thematik. Oft kämen Werke als “Geschenke im öffentlichen Raum” zu stehen und “jene Künstler, die von der Kunst leben “, hätten keine Möglichkeit, ihr Können einzubringen. “Künstler ist doch ein Beruf wie jeder andere und sollte auch entlöhnt werden”, fügt Bernd Kniel hinzu. “Kunst hat nicht Alibifunktion” Wie sich denn die Zusammenarbeit mit Architekten präsentiert, wenn es um “Kunst am Bau” geht? “Diese Diskussionen sind oft mühsam, bedeuten für Architekten zumeist Mehraufwand und Belastung”, erklärt Johannes Loretan. Wachsen könne man doch bloss, wenn man sich austausche, findet er und stellt klar: “Wo man nicht eingeladen wird, wird es schwierig, etwas zu lernen. “Kunst hat ja nicht eine Alibifunktion “, betont Bernd Kniel. Und die Aussage von Bauverantwortlichen, man “habe es nicht gewusst”, lässt er nicht gelten. “Es braucht einen langen Schnauf” “Wir sind eine professionelle Organisation. Und uns geht es auch darum, unsere berufspolitischen Belange der Öffentlichkeit bekannt zu machen”, sagt Bern Kniel und meint: “Der Rest ist Kür.” Ob verstärkte Präsenz in der Öffentlichkeit oder Sensibilisierung fürs Mitwirken bei “Kunst am Bau” – an Arbeit mangelt es “visarte oberwallis ” auch in Zukunft nicht. “Das Ganze ist ein Prozess, der über Jahre geht”, bemerkt Anette Kummer, die Präsidentin von “visarte oberwallis”. Und so etwas “braucht einen langen Schnauf”, fügt sie hinzu. blo
